Wenn Ich König von Deutschland wär’
If I Were King Of Germany

Autobahn

Furries.
Vom Tier-Werden
Becoming-Animals

Wild West Germany.Der Wilde Westen ( Ost- ) Deutschlands
The Wild West Of ( East- ) Germany

Brauchtum
Rituals

Deutscher Wald
German Forest

Stini Röhrs
Deutschlandbilder
2013–2016

Mit den Migrationsbewegungen der letzten Jahrzehnte verlieren immer mehr Menschen ihre ‚Heimat‘, finden neue ‚Heimaten‘, befinden sich eigene ‚Heimaten‘ im Wandel. ‚Heimat‘ als Begriff steht zur Disposition.
Politisch instrumentalisiert und ideologisch missbraucht, war es mir wichtig, diesen Begriff, der mehr ein Gefühl als einen Ort bezeichnet und als Sehnsuchtsfigur zu verstehen ist, nicht nur den deutsch-nationalen Populisten und einem antimodernen Denken zu überlassen, sondern ihn gerade in seiner Vieldeutigkeit und Mobilität abseits bloßer nationaler Kodierungen zu untersuchen. ‚Heimat‘ entsteht im Kopf.  Der Begriff kann einen Ort meinen, wo man zu Hause ist. Ein Ausschnitt von Welt, in dem wir uns wohlfühlen. Ein Sehnsuchtsort, der uns womöglich noch aus der Kindheit bekannt ist, also ein Ort, an den man nicht zurückreisen kann. Heimat ist da, wo Menschen sind, die man versteht und von denen man verstanden wird. Für jeden meint der Begriff etwas anderes: es ist das, was wir uns darunter vorstellen. So wie wir ‚Heimat‘ denken, so wird ‚Heimat‘ auch real. 

„Wherever I lay my hat (that’ s my home)“
Marvin Gaye


Also begab ich mich auf eine fotografische Deutschlandreise, die in ein 3-jähriges Langzeitprojekt münden sollte. Ich bereiste die Republik, eine Erkundungssafari durch jenes Land, das mich kulturell prägte. Mit einem Zitat Ernst Blochs im Hinterkopf, der sagte, Heimat ist ein Ort „worin noch niemand war“, zog ich los, um den unerzählten Geschichten, den Menschen, Orten und Nicht-Orten, den Bräuchen, Traditionen, Spielweisen und Mythen eine Bühne zu geben und diese Geschichten auf eine neue Art und Weise, meine Art und Weise, zu erzählen: 

Heimat revisited.
With the migratory movements of the last decades, more and more people are losing their ‘home’, finding a new ‘homeland’, in other words their own ‘home’ is changing. ‘Heimat’ as a concept stands for disposition.
Politically instrumentalized and ideologically abused, it was important to me not only toleave the German-national populist and antimodernist thinking to this concept, which is more a feeling than a place, and a long-awaited figure, but to explore it in its ambiguity and mobility away from mere national encodings. ‘Heimat’ is created in people’s minds, it means a place, where you feel at home, a framing of the world, where you belong. A longing that puts us back into childhood memories, a place where you can not travel to. ‘Heimat’ is where there are people that you understand and that understand you. It’s a term that has an individual meaning for everybody: it’s what you imagine it to be. And how you imagine it to be, it will turn into realtiy.

„Wherever I lay my hat (that’ s my home)“
Marvin Gaye


So in 2013 I went on a photographic journey through Germany, which took place in a 3-year long-term project. I traveled the republic, an exploration ‘safari’ through a country that shaped me culturally. With a quote from Ernst Bloch at the back of my mind, who said ‘Heimat’ is a place “where there was nobody yet”, I set off for the untold stories of people, places and non-places, rituals, traditions, playing styles and myths to give a stage to these stories. I wanted to tell these stories in a new way and manner, and to tell them in my way:

Heimat revisited.

Curriculum Vitae


About

Stini Röhrs lebt und arbeitet in Berlin. Studiert hat sie zunächst „Kunst, Musik, Medien“, um dann ihren Master in „Kunstgeschichte“ an der FU Berlin abzuschließen. Am Institut für transmediale Gestaltung der UdK Berlin studierte sie von 2011–2017 in der Klasse Fons Hickmann „Visuelle Kommunikation“ und schloss mit der Arbeit „Heimat revisited – Eine Deutschlandreise“ ihr Studium ab. Ihr Schwerpunkt liegt auf fotografischen und filmischen Arbeiten. Ihre Arbeiten spielen mit gesellschaftlichen Konventionen, Normen und Absurditäten, dem Alltag sowie den Grenzen zwischen inszenierter und dokumentarischer Fotografie. Ausstellungen zeigte sie u.a. in New York City, Paris, Zürich, Frankfurt am Main, Leipzig oder Berlin.



Vita

2006–2009

Philipps-Universität Marburg
Bachelor of Arts: „Kunst, Musik, Medien: Organisation und Vermittlung”
Bachelorarbeit: „Freaks in Wonderland. Diane Arbus Fotoreportage zwischen Kunst und Alltag“
– Prof. Dietmar Rübel


2009–2011

Freie Universität Berlin
Master of Arts: „Kunstgeschichte im globalen Kontext: Europa and Amerika“
Masterarbeit: „Die Pose als Lebendes Bild in der Modefotografie“
– Prof. Dr. Gregor Stemmrich und Prof. Dr. Gabriele Brandstetter


2011–2015

Universität der Künste Berlin (UDK Berlin)
Bachelor of Arts: „Visuelle Kommunikation“, Klasse Prof. Fons Hickmann
Bachelorarbeit: „WildWest Germany – Der Wilde Westen Ost-Deutschlands“
– Prof. Fons Hickmann, Prof. Anna Anders & Prof. Dr. Susanne Holschbach


2014

Auslandssemester Pratt Institute, New York City


2016–2017

Universität der Künste Berlin (UDK Berlin)
Master of Arts „Visuelle Kommunikation“, Klasse Prof. Fons Hickmann
Masterarbeit: „Heimat Revisited – Eine Deutschlandreise“
– Prof. Fons Hickmann, Martin Conrads & Prof. Dr. Kathrin Peters



Ausstellungen

12/2012
Gruppenausstellung „Mother“- Weserland, Berlin

09/2013
Gruppenausstellung „Preview Art Fair”–Opernwerkstätten, Berlin

03/2014
Gruppenausstellung „Neo New York”–Cooper Union Gallery, New York City

05/2014
Gruppenausstellung „Wurzeln weit mehr Aufmerksamkeit widmen”- Kunstverein Familie Montez, Frankfurt

09/2014
Einzelausstellung „Made In Germany”–Galerie HIER, Leipzig

10/2014
Gruppenausstellung „Korridor#7: Beautiful Stranger”–Flur des Präsidenten, UdK Berlin

06–10/2015
Einzelausstellung Hotel Indigo Kudamm, Berlin

06/2015
Gruppenausstellung UdK Preis „Kunst&Konstrukt“, Berlin

09/2015 – 02/2016 
Videoarbeit für das Stück „Zangezi“ an der Staatsoper Berlin

12/2015
Gruppenausstellung „ASVOFF8“–Centre Pompidou, Paris

05–09/2016
Gruppenausstellung „Manifesta 11 Biennial“, Pavillion of Reflections, Zürich05/2017 Einzelausstellung

10/2017 
Gruppenausstellung „Winners & Nominees – Felix Schoeller Photo Award“,  Kulturgeschichtliches Museum, Osnabrück

03–05/2018 
Einzelausstellung – „Waldungen“, WOMA Berlin

03–04/2019
Einzelausstellung – „Possessions“, Galerie Stephanie Kelly




Arbeiten für und mit

Bruce La Bruce, Christian Jankowski, Dior, Dimitri Hegemann, Henrike Naumann, Ellen Allien, Gregor Hildebrandt, Martin Maison Margiela, Kris Van Asche, KW Institute for Contemporary Art, Staatsoper Berlin, Schauspiel Leipzig, Schauspielhaus Wien, u.a.



Bücher

Trolltours

Wild West Germany – Der Wilde Westen (Ost-)Deutschlands

Heimat Revisited